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Sagen aus Münnerstadt Sagen und Legenden

Die Münnerstädter Nägelsieder

Sage aus Münnerstadt

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Die Einwohner der gedachten Stadt Schilda waren bekannt für eine ganze Reihe närrischer Streiche und Schwänke. Ein Schildbürgerstreich in Münnerstadt hätte sicher auch den Bürgern von Schilda jede Ehre bereitet:

In Münnerstadt baute man einst ein neues Rathaus. Die Bauarbeiten wurden aber schnell vorangetrieben, dass man beim Mauern die Fenster vergaß. Daraufhin beschloss man, weil das Schlagen so vieler Löcher sehr anstrengend ist, das neue Gebäude abzureißen, um es mit vielen großen Fenstern wieder aufzubauen.

Als man das Gebälk zerlegte und aus dem Holz die Nägel zog, wurden diese alle krumm. Ein des Weges kommender weitgereister Wandergeselle gab den Bürgern den „weisen Rat“, die Nägel zu sieden, dann würden sie wieder gerade. Die gutgläubigen Handwerksleute der Stadt kochten nun drei Tage lang Nägel, aber diese blieben krumm. Am Abend des dritten Tages ließ sich der Wanderbursche wieder an der Baustelle blicken. Die verärgerten Bürger herrschten den Fremden an, dass die Siederei doch keinen Erfolg gehabt habe und er die Bürger offensichtlich nur habe narren wollen. Der Wandergeselle jedoch verwies schlagfertig die erzürnten Münnerstädter auf eine Windrose am First des alten Rathauses und stellte die Frage: „Was bedeuten die vier Buchstaben dieser Windrose?“ Die Münnerstädter, die dieses schmiedeeiserne Kunstwerk auf dem Dach noch gar nicht beobachtet hatten, konnten keine Antwort geben, wurden aber nun sehr neugierig. Der Handwerksbursche hielt sich den Fluchtweg nach hinten offen und erklärte salomonisch: „Die vier Buchstaben bedeuten: Wir Ochsen Sieden Nägel“, verschwand schleunigst von der Bildfläche und ließ sich in Münnerstadt nie wieder sehen.

Quelle

Josef Lisiecki: Die Münnerstädter Nägelsieder | entnommen aus: Landkreis Bad Kissingen (Hrsg.): Sagen und Legenden aus dem Landkreis Bad Kissingen, 1982, S. 146 f. | Nachdruck nur mit Quellangabe gestattet

Josef Lisiecki verweist im o.g. Sagenband zur Herkunft der Sage auf folgende Informationen und Quellen: Nach Erzählungen aus alten Lesebüchern Unterfrankens

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