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Sagen aus Motten Sagen und Legenden

Ein ungesühnter Mord

Sage aus Kothen

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Vom hessischen Dalherda führt ein Weg in vielen Windungen durch Hochwald zum Wallfahrtsort Maria Ehrenberg. Im Zuge der Straße wölben sich zwei Brücken über tiefe Einschnitte. Eine der beiden Brücken stand in üblem Rufe, so dass sich Besucher des Maria Ehrenbergs oft nur getrauten, in Begleitung mehrerer Personen diesen Weg zu gehen.

Zwei junge Männer im heiratsfähigen Alter waren von Kothen kommend auf dem Heimweg. Wegen eines Mädchens gerieten sie in Streit, der in Schlägerei ausartete. In maßlosem Zorn ergriff der Stärkere auf der Brücke seinen Gegner und warf ihn in den Abgrund. Dann ergriff er die Flucht, ohne sich um sein Opfer zu kümmern. Nach einigen Tagen fanden Holzhauer den Ermordeten. Mit Windeseile ging die Kunde von Dorf zu Dorf, aber vom Mörder fand man keine Spur. Man verdächtigte zwar einen übel beleumundeten Bauernsohn, der allgemein gemieden wurde, aber es ließ sich nichts beweisen.

Die Jahre vergingen, der mutmaßliche Täter war inzwischen auch gestorben und die böse Tat geriet immer mehr in Vergessenheit. Eines Abends ging ein Bauer von Kothen aus heimwärts. Er wählte den berüchtigten Weg durch den Wald von Dalherda.

Als er an die Mörderbrücke kam, schien sich dort etwas zu bewegen. Vorsichtig schritt er weiter und gewahrte im abendlichen Zwielicht eine männliche Gestalt, die sich ihm mit dem Oberkörper zuneigte, plötzlich aber emporschnellte und einen so gellenden Schrei ausstieß, dass dieser im Hochwald wiederhallte. Nun rief die Gestalt: „Hier habe ich ihn umgebracht! Barmherziger Gott, verzeih mir und lass mich endlich Ruhe finden!“ Nun erkannte der Wanderer das Gesicht des seit Jahren Verdächtigen. In diesem Augenblick stieß dem Bauern ein kalter Windstoß ins Gesicht und die Jammergestalt war wie vom Erdboden verschwunden.

In panischer Hast rannte der Bauer davon und kam bleich und verstört nach Hause. Ein schweres Nervenfieber war die Folge und nach zwei Jahren war auch er tot. Im Hause des Mörders aber fand man später in einer Kommode ein vergilbtes Blatt mit Aufzeichnungen über die ruchlose Tat.

Quelle

Josef Lisiecki: Ein ungesühnter Mord | entnommen aus: Landkreis Bad Kissingen (Hrsg.): Sagen und Legenden aus dem Landkreis Bad Kissingen, 1982, S. 110 f. | Nachdruck nur mit Quellangabe gestattet

Josef Lisiecki verweist im o.g. Sagenband zur Herkunft der Sage auf folgende Informationen und Quellen: Sagen aus der Rhön und Vogelsberg, S. 252, von Wilhelm Link, Eichenzell

Ungefährer Ort der Sage

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